Ich habe vor ein paar Tagen mit ein paar Niederländern gefachsimpelt ob es auch Worte gibt die direkt aus dem niederländischen ins deutsche übernommenen sind. Mit identischer, oder zumindest fast gleicher Schreibweise. Andersrum sind uns ein paar eingefallen, so wie überhaupt und sowieso. Aber keins für die anderen Richtung.
Hallo,
ich war einmal auf einer Familienfeier in Kleve. Dort hatte man u.a. eine lokale Komikerin engagiert, die dann in regionalem Dialekt geredet und hin und wieder von ihrem „Fiets“ gesprochen hat.
Außerhalb dieser Gegend ist dieses Wort allerdings völlig unbekannt.
Das niederländische Wort stilleven (als Kunstform) hat das Deutsche als Stillleben übernommen.
Ich denke, entscheidend ist hier der Begriff „regionaler Dialekt“. In den Grenzregionen im Rheinland und in Niedersachsen gibt es diverse grenzüberschreitende Dialekte, mit deren Hilfe sich dann dort ansässige Niederländer und Deutsche untereinander bestens verstehen und auch gemeinsame Begriffe und Satzkonstruktionen haben.
Das stimmt. Wir hier im Rheinland haben auch den “Paraplü”, und die Kinder “klimmen” auf die Bäume. Das “ei” wird hier oft wie im Niederländischen ausgesprochen, und auch das fehlende “n” am Wortende gehört zum hiesigen Dialekt.
Das wäre doch mal ein super buurtaal-Thema, @alex
In Norddeutschland gibt es auch die Bezeichnung „Fietse“ für das Fahrrad.
Das deutsche Wort „Drogerie“ oder auch „Drogen“ soll sich vom niederländischen „droog“ ableiten.
Interessanterweise werden bestimmte niederländische Begriffe gerne in der Radio-DXer-Szene verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit Sendeleistungen werden gerne Ausdrücke wie „volle kracht“ oder „keihard“ verwendet. Das hat vor allem mit den Aktivitäten niederländischer Radiopiraten zu tun.
Hehe, in unserer Familie gibt es sowas auch. Mein Papa, ein waschechter Münchner, der einige Jahre lang mit meiner Mama in den Niederlanden gewohnt hat, hat einige praktische bzw. lustige Wörter einfach importiert: “riem” statt “Anschnallgurt” im Auto (viel kürzer!) und “Gehörgerät” statt “Hörgerät” (das rutscht ihm immer wieder raus; von “gehoorapparaat”) zum Beispiel. Das ist natürlich nicht, was du mit deiner Frage gemeint hast, @Angelachen, aber es ist mir gerade dazu eingefallen. “Echte” niederländische Wörter, die im Deutschen verwendet werden, kommen mir spontan nicht in den Sinn… Andersrum gibt es ja doch einige, wie du schon sagst.
Dein Vater kommt aber nicht zufällig aus dem Münchner Stadtteil Riem?
Mir fällt noch „warschauen“ aus der Seefahrersprache ein, was offensichtlich mit dem niederländischen „waarschuwen“ Ähnlichkeit hat.
“klimmen” kenn ich auch. Schon wegen der Klimzüge (die ich nicht kann )
Man sagt ja auch “einen Berg erklimmen” und das ist nicht einmal Dialekt.