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Stieren Blicks und Hüttenkatze

In die Geschichte unsere Farmacie und Homeopathie las ich: Was der Dichter Heinrich Heine in seiner Ballade „Belsazar“ (1822), über den Herrscher Babylons vermeldet, wie er beim Anblick der Geisterschrift „stieren Blicks da saß, mit schlotternden Knien und totenblaß“, hätte er genauso gut über die Opfer der Hüttenkatze oder der Weinkrankheit ( colica Pictonum ) dichten können.: Ich brauche eine korrekte Übersetzung, wer könnte behilflich sein?

Du hast wirklich immer hochgradig spannende Texte mit sehr komplexen Inhalten! :nerd_face::sweat_smile: Bezüglich einer angemessenen Übersetzung ins Niederländische muss ich passen, aber ein paar Erklärungen habe ich gefunden.

Zunächst „stieren Blicks“: der Blick ist stier, was ein Adjektiv ist, aber abgeleitet von dem Verb „stieren“. Das ist ähnlich wie „(an-)starren“, aber noch etwas dumpfer. Ich habe als Übersetzungen dafür „staarogen”, aber auch „wezenloos kijken” gefunden, was eine recht gute Umschreibung zu sein scheint. Der Blick geht starr und ausdruckslos ins Leere.

Dann die „Hüttenkatze“: das ist offenbar eine sehr alte bildliche Beschreibung für eine im Bergbau durch toxische Einwirkungen entstandene Lungenerkrankung (man spricht z.B. auch von der „Verhüttung“ zur Beschreibung von Verfahren zur Metallgewinnung).

Und zuletzt „Colica pictonum“: damit ist eine Bleivergiftung gemeint, „Weinkrankheit“ heißt sie wohl deshalb, weil die alten Römer dem Wein gerne Blei als (toxisches) Süßungsmittel beifügten…

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Een poging :clown_face::nerd_face:

Wat de dichter H Heine over de Babylonische heerser vermeldt, zoals deze wezenloos, met knikkende knieen en doodsbleek naar het spookschrift zat te staren, zo zou hij evengoed over de slachtoffers van de stoflong (mijnwerkerslong)of de wijnziekte (c P) hebben kunnen dichten.

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Hi Oliver. Danke: Meinst du das Hüttenkatze etwas mit dem Hutmachersyndrom zu tun haben könnte? Später im Text fand ich noch: “Das Einatmen giftiger Quecksilberdämpfe führte zu dem berüchtigten Hutmachersyndrom. Im 18. Jahrhundert setz­ten die Hutmacher bei der Fertigung von Filzhüten Queck­ silbersalze ein. Die neurologischen Schäden, die sie sich dabei zuzogen, führten in England zu der Redewendung „mad as a hatter“. Dem „verrückten Hutmacher“ setzte Lewis Caroll in seinem Kinderbuch „Alice im Wunderland“ ein skurriles Denkmal. Auch Leuchtturmwärter litten im 19. Jahrhundert unter der „Hutmacherkrankheit“, denn die Leuchtfeuer drehten sich auf Quecksilberlagern.”

Das ist auch interessant, aber ich glaube, der einzige Zusammenhang ist, dass es sowohl bei der Hutmacherkrankheit als auch bei der „Hüttenkatze“ zu Vergiftungen durch Schwermetalle kommt. Ich glaube nicht, dass da sonst ein Zusammenhang zwischen Hut/Hüte und Hütte/Hütten besteht.

Die Krankheiten, die mit dem Bergbau zu tun haben, wurden schon zu Beginn der Neuzeit z.B. von Paracelsus und dann auch im 19. Jahrhundert beschrieben, ohne dass man ihre Pathophysiologie schon richtig verstand. Es gibt verschiedene Berichte über „Bergsucht“ und eben auch über die „Hüttenkatze“, letztere bezieht sich anscheinend vor allem auch auf Blei, andere Erkrankungen haben mit dem Uranbergbau und Radioaktivität zu tun.

http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hüttenkatze

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